Die Wahrheit über Krankheit und die Massenmedienlügen
Die Wahrheit über Krankheit und die Massenmedienlügen

Abgarbrief an Jesus 

1. Die Abgarsage Die Abgarsage besteht aus einem Briefwechsel zwischen dem König Abgar V. (9-46 n. Chr. ) und Jesus. Der König hatte Jesus gebeten, zu ihm nach Edessa zu kommen und ihn, der an einer schlimmen Krankheit litt, zu heilen. Denn er hatte gehört, daß Jesus große Wundertaten vollbracht habe und daß er außerdem von den Juden verfolgt würde. Er bot ihm deshalb Edessa als Zufluchtsort an. Da Jesus aber erst tun mußte, was zu tun ihm aufgetragen war, lehnte er ab, versprach aber, nach seinem Tode einen Apostel zu senden. An die beiden recht kurzen Briefe ist deswegen auch noch ein Bericht über den gesandten Apostel Thaddäus und sein Wirken angefügt.

 

 Die Schrift fand weiteste Verbreitung und wurde in viele Sprachen übersetzt. Schon einer Abschrift davon schrieb man Wunderkräfte zu. Vor allem vor Gericht, auf Reisen, gegen Krankheit und Unfälle sollte sie eine schützende Wirkung ausüben. Das geht darauf zurück, daß Abgar und seine Nachfolger Edessa von Feinden, die die Stadt belagerten, befreite, indem er den Brief Jesu am Stadttor verlesen hatte. Der Briefwechsel und der Bericht über das Wirken des Thaddäus in Edessa wird hier nach der Kirchengeschichte des Eusebius wiedergegeben. Der Text beginnt mit einer Einleitung des Eusebius

 

 

Man hat dafür ein schriftliches Zeugnis, das dem Archiv von Edessa, einer Stadt, die damals noch von einem König regiert wurde, entnommen worden ist. Denn in den dort befindlichen Akten, die unter anderen Begebenheiten aus alter Zeit auch die Erlebnisse des Abgar enthalten, wird auch dieses von seiner Zeit an bis zur Gegenwart aufbewahrt gefunden. Am besten ist es wohl, die Briefe selbst zu hören, die wir aus dem Archiv empfangen und auf folgende Weise wörtlich aus der syrischen Sprache übersetzt haben. Abschrift des Briefes, der von dem Toparchen Abgar an Jesus geschrieben und ihm durch den Eilboten Ananias nach Jerusalem gesandt worden ist: »Der Toparch Abgar Uchama entbietet Jesus, dem guten Heiland, der in der Ortschaft Jerusalem erschienen ist, seinen Gruß! Ich habe von dir und deinen Heilungen gehört, daß sie nämlich ohne Arzneimittel und Kräuter von dir vollbracht werden. Denn wie die Rede geht, machst du Blinde sehend, Lahme gehend und reinigst Aussätzige und treibst unreine Geister und Dämonen aus und heilst die von langer Krankheit Gepeinigten und weckst Tote auf. Und als ich dieses alles über dich hörte, erwog ich, daß du entweder Gott selber und vom Himmel herabgekommen bist, um es zu tun, oder Gottes Sohn bist, wenn du es tust. Deshalb nun schreibe ich und bitte dich, dich zu mir zu bemühen und das Leiden, das ich habe, zu heilen. Habe ich doch auch gehört, daß die Juden gegen dich murren und dir Übles antun wollen. Ich habe eine Stadt, zwar recht klein, aber würdig, die für uns beide ausreicht.« Was von Jesus durch den Eilboten Ananias dem Toparchen Abgar erwidert worden ist: >Selig bist du, der du an mich geglaubt hast, ohne mich gesehen zu haben. Denn es steht über mich geschrieben, daß die, die mich gesehen haben, nicht an mich glauben werden, und daß gerade die, die mich nicht gesehen haben, glauben und leben sollen. Was aber das anbetrifft, was du mir geschrieben hast, zu dir zu kommen, so ist es nötig, alles, um deswillen ich gesandt bin, hier zu erfüllen und nach solcher Erfüllung hier aufgenommen zu werden zu dem, der mich gesandt hat. Und wenn ich hier aufgenommen worden bin, werde ich dir einen meiner Jünger senden, damit er dein Leiden heile und Leben übermittle dir und den Deinen.< Diesen Briefen war aber auch noch das Folgende in syrischer Sprache angehängt: > Nach der Himmelfahrt Jesu aber sandte ihm Judas, der auch Thomas heißt, den Apostel Thaddäus, einen der Siebzig. Der kam und wohnte bei Tobias, dem Sohn des Tobias. Als man aber von ihm hörte, meldete man dem Abgar: Ein Apostel Jesu ist hier angekommen, so wie er dir geschrieben hat. Da begann nun Thaddäus in der Kraft Gottes alle Krankheit und Schwäche zu heilen, so daß sich alle wunderten. Als aber Abgar die Großtaten und die Wunderdinge, die er verrichtete, erfuhr, und wie er heilte, da kam er auf die Vermutung: der ist es, von dem Jesus schrieb: Wenn ich hinaufgenommen worden bin, werde ich dir einen meiner Jünger senden, welcher dein Leiden heilen wird. Er ließ also den Tobias kommen, bei dem er wohnte, und sprach: Ich habe gehört, daß ein machtvoller Mann gekommen ist und in deinem Haus Wohnung genommen hat. Führe ihn zu mir! Tobias aber kam zu Thaddäus und sprach zu ihm: Der Toparch Abgar hat mich kommen lassen und mich angewiesen, dich zu ihm zu führen, damit du ihn heilst. Und Thaddäus sagte: Ich gehe hin, da ich ja mit Macht ausgestattet zu ihm gesandt worden bin. Am folgenden Tage machte sich nun Tobias in der Frühe auf, nahm den Thaddäus mit und kam zu Abgar. Als er aber hingekommen war, da wurde in Gegenwart von dessen dastehenden Würdenträgern gleich bei seinem Eintritt dem Abgar eine außerordentliche Erscheinung im Antlitz des Apostels Thaddäus sichtbar. Als Abgar das sah, fiel er vor Thaddäus nieder, und Staunen ergriff alle, die herumstanden; denn sie hatten die Erscheinung nicht gesehen, die allein dem Abgar sichtbar geworden war. Der fragte denn auch den Thaddäus : Bist du wirklich ein 148 Jünger Jesu, des Sohnes Gottes, der zu mir gesagt hat: Ich will dir einen meiner Jünger senden, der dich heilen und dir Leben darreichen wird? Und Thaddäus sagte: Weil du fest geglaubt hast an den, der mich gesandt hat, deshalb bin ich zu dir gesandt worden; und ferner, wenn du an ihn glaubst, werden dir, wie du nur glaubst, die Wünsche deines Herzens erfüllt werden. Und Abgar sprach zu ihm: Mein Glaube an ihn war derart, daß ich sogar die Juden, die ihn gekreuzigt haben, mit Heeresaufgebot hätte vernichten wollen, wenn ich nicht durch die Römerherrschaft daran gehindert worden wäre. Und Thaddäus sagte: Unser Herr hat den Willen seines Vaters erfüllt; und nachdem er ihn erfüllt hatte, ist er hinaufgenommen worden zum Vater. Abgar sagte zu ihm: Auch ich glaube an ihn und an seinen Vater. Und Thaddäus sagte: Deshalb lege ich meine Hand auf dich in seinem Namen. Und als er dies getan hatte, wurde er alsbald geheilt von der Krankheit und dem Leiden, das er hatte. Und es staunte Abgar, daß er so, wie er über Jesus gehört hatte, so auch in Werken erfuhr durch seinen Jünger Thaddäus, der ihn ohne Arzneimittel und Kräuter heilte, und nicht ihn allein, sondern auch Abdus, den Sohn des Abdus, der Podagra hatte. Der kam gleichfalls, fiel ihm zu Füßen und wurde durch Gebete mit Handauflegung geheilt. Und viele andere ihrer Mitbürger heilte er ebenso, indem er wunderbare Großtaten verrichtete und das Wort Gottes verkündete. Danach aber sagte Abgar: Thaddäus, das tust du mit Gottes Kraft, und wir unsererseits sind in Verwunderung geraten. Aber ich bitte dich noch weiter, erzähle mir vom Kommen Jesu, wie es sich zutrug, und von seiner Kraft, und in was für einer Kraft er alles das vollführte, was mir zu Ohren gekommen ist. Und Thaddäus sagte: Jetzt werde ich zwar schweigen, da ich zur öffentlichen Verkündigung des Wortes gesandt bin, morgen aber berufe mir alle deine Bürger zur Volksversammlung, und vor ihnen werde ich predigen und in ihnen das Wort des Lebens säen, über das Kommen Jesu, wie es sich zutrug, und über seine Sendung, und weswegen er vom Vater gesandt wurde, und über seine Kraft und Werke und die Geheimnisse, die er in der Welt geredet hat, und durch was für eine Kraft er das vollführte, und über seine neue Verkündigung, und über die Kleinheit und über die Erniedrigung, und wie er sich erniedrigt hat und seine Gottheit abgelegt und klein gemacht hat und gekreuzigt worden und hinabgestiegen ist in den Hades und den von Ewigkeit her unzerbrochenen Zaun durchbrochen hat und Tote auferweckte, und allein hinabgestiegen ist, hinaufgestiegen aber mit einer großen Menge zu seinem Vater. Da gab Abgar den Befehl, es sollten sich am kommenden Morgen seine Bürger versammeln und die Predigt des Thaddäus anhören; und darauf ordnete er an, ihm ungemünztes Gold zu geben. Der aber nahm es nicht an mit den Worten: Wenn wir unser Eigentum verlassen haben, wie sollten wir dann das fremde nehmen? Dies geschah im Jahre 340